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KRITIS · Compliance

KRITIS-Dachgesetz 2026: Was jetzt auf Betreiber zukommt

Einheitlicher Rahmen für Resilienz kritischer Einrichtungen - und wie Atlassian bei Nachweisen, Workflows und Meldeprozessen hilft.

JL.Digital GmbH aktualisiert 05. Februar 2026
KRITISConfluenceJiraResilienz

Kritische Einrichtungen sollen in Deutschland einheitlicher und ganzheitlicher geschützt werden - nicht nur digital, sondern auch physisch und organisatorisch. Genau dafür schafft das KRITIS-Dachgesetz einen sektorübergreifenden Rahmen zur Umsetzung der EU-CER-Richtlinie (EU 2022/2557).

Kurz gesagt: Es geht um Risiken erkennen, Resilienzmaßnahmen steuern, Vorfälle melden und Nachweise sauber dokumentieren - auditfähig und wiederholbar.

Hinweis zum Stand (05.02.2026): Der Bundestag hat das KRITIS-Dachgesetz am 29.01.2026 beschlossen; Details zur Konkretisierung (z. B. Mindestanforderungen/Schwellen) werden teils über nachgelagerte Regelungen präzisiert.

Was ist das KRITIS-Dachgesetz?

Das KRITIS-Dachgesetz schafft erstmals einen bundesweit einheitlichen Rahmen für die Resilienz kritischer Anlagen und Einrichtungen. Es setzt die EU-CER-Richtlinie um und erweitert den Fokus deutlich über klassische IT-Security hinaus: Im Zentrum stehen physischer Schutz, Organisation & Verantwortlichkeiten, Krisenfähigkeit sowie Governance und belastbare Nachweisführung.

Kurz: Resilienz wird vom Konzeptpapier zum Betriebsmodell - mit klaren Anforderungen, die im Alltag wiederholbar umgesetzt und bei Bedarf belegt werden müssen.

Was ändert sich?

  • Resilienz als Zyklus statt Einzelaktionen: wiederkehrende Risiko- & Resilienzbetrachtung inkl. Dokumentation
  • Resilienzmaßnahmen + Resilienzplan: nachvollziehbare Ableitung aus Risiken
  • Vorfälle operativ managen und melden: definierte Meldeprozesse inkl. Audit-Trail
  • Mehr Transparenz & Governance: Registrierung, klare Zuständigkeiten, erreichbare Kontaktpunkte
  • Konsequenzen bei Verstößen: Sanktions-/Bußgeldrahmen ist vorgesehen

Warum jetzt handeln? Wer ist betroffen?

Resilienz ist kein Projekt, sondern ein Betriebsmodell. Wenn Risikoanalyse, Maßnahmen, Nachweise und Incident-Meldungen nicht zusammenpassen, wird’s in Prüfungen teuer - vor allem zeitlich.

Nachweise entstehen im Alltag - oder gar nicht. Wer erst kurz vor Audit „Dokumentation baut“, verliert Wochen. Abhängigkeiten wachsen: Kritische Services hängen voneinander ab. Bußgelder und Anordnungen sind realistische Risiken.

Welche Unternehmen sind betroffen?

Betroffen sind Betreiber kritischer Anlagen/Einrichtungen in Sektoren wie z. B.:

  • Energie & Wasser
  • Gesundheit
  • Transport
  • IT/TK
  • Finanz/Versicherung
  • öffentliche und weitere essenzielle Dienste

Ob eine Organisation konkret unter die Pflichten fällt, hängt von Definitionen und Schwellenwerten ab, die sektorspezifisch präzisiert werden.

Die 4 größten Veränderungen

1) Pflicht zur Registrierung + behördliche Zuordnung

Es gibt eine zentrale, formale Onboarding-Pflicht ins Regime - inkl. Stammdaten, Kontaktstelle und späterer Behördenzuständigkeit.

  • Registrierung über eine gemeinsame Möglichkeit von BSI & BBK
  • Stammdaten u. a.: Betreiber-Identität, Sektor, kritische Dienstleistung, Standort, Kontaktstelle
  • Fristenlogik: spätestens 3 Monate nach Einstufung, frühestens jedoch bis einschließlich 17. Juli 2026
  • Änderungen pflegen (teils jährlich, teils unverzüglich innerhalb von 2 Wochen)
  • Bei Nicht-Registrierung kann das BBK nach Anhörung selbst registrieren

Ohne saubere Stammdaten/Ownership kommt man in den Folgepflichten sofort ins Straucheln - der perfekte Punkt, um Governance in Tools zu verankern (Owner, Rollen, RACI, Nachweisstruktur).

Infografik Registrierungspflicht nach KRITIS-Dachgesetz: Registrierung bei BSI und BBK innerhalb von drei Monaten, Stammdaten und Kontaktstelle

2) Regelmäßige Risikoanalyse nach All-Gefahren-Ansatz

Nicht nur Cyber und nicht nur punktuelle BCM-Dokumente, sondern wiederkehrende, nachvollziehbare Risikoanalyse für physische, technische und menschliche Ursachen - plus Interdependenzen.

  • Mindestens alle vier Jahre Risikoanalyse und -bewertung
  • Abhängigkeit von kritischen Dienstleistungen anderer Betreiber
  • Abhängigkeit anderer Sektoren von der eigenen Dienstleistung

Praktisch braucht ihr ein einheitliches Modell: Asset/Anlage → kritische Dienstleistung → Szenario → Eintrittswahrscheinlichkeit/Impact → Maßnahmen → Rest-Risiko. Interdependenzen sind der Audit-Killer.

Infografik Risikoanalyse nach All-Gefahren-Ansatz mit den Gefahrenkategorien Cyber, Physisch und Technisch

3) Verbindliche Resilienz-Ziele + Maßnahmenpaket

Betreiber müssen Maßnahmen treffen, um:

  1. Vorfälle zu verhindern
  2. angemessenen physischen Schutz sicherzustellen
  3. auf Vorfälle zu reagieren und Auswirkungen zu begrenzen
  4. die kritische Dienstleistung zügig wiederherzustellen

Maßnahmen müssen auf den Risikoanalysen basieren und verhältnismäßig sein. Viele Organisationen haben Sicherheitskonzepte „irgendwo“ - aber nicht als geschlossenes, versioniertes, auditierbares System.

4) Meldewesen für Vorfälle

  • Unverzüglich, spätestens 24 Stunden nach Kenntnis an das BBK (gemeinsame Meldestelle BBK/BSI)
  • Bei andauernden Vorfällen: Erstmeldung aktualisieren
  • Spätestens einen Monat nach Kenntnis: ausführlicher Bericht
  • Strukturierte Kerndaten bereits in der Erstmeldung

Ohne sauberes Ticketing, Eskalation und Audit-Trail wird die 24h-Frist schnell sportlich.

Wie Atlassian bei der Umsetzung hilft

Die Anforderungen sind stark prozess-, dokumentations- und governance-getrieben. Genau hier spielt der Atlassian-Stack seine Stärken aus.

Jira - Risiko- und Maßnahmenmanagement

  • Risikoregister als strukturierte Tickets (Owner, Bewertung, Kritikalität, Review-Datum)
  • Maßnahmen/Controls als Tasks oder Epics steuern
  • Wiederkehrende Reviews über Automationen

Beispiel-Workflow: Risiko identifizieren → bewerten → Maßnahmen planen → Umsetzung tracken → Review / Wirksamkeit dokumentieren.

Confluence - Wissens- und Nachweisplattform

  • Risiko- und Resilienzberichte inkl. Entscheidungen und Freigaben
  • Resilienzplan / Krisenhandbuch, Notfall- und Kommunikationspläne
  • SOPs, RACI, Kontaktketten
  • Verlinkung auf Jira-Tickets als lebende Evidenz

Infografik Confluence als Nachweisplattform: Risiko- und Resilienzberichte, SOPs und Kontaktketten, Notfallpläne, Verlinkung auf Jira-Tickets

Jira Service Management - Incident- & Meldemanagement

  • Standardisierter Incident-Intake inkl. Klassifizierung
  • Eskalationen und klare Verantwortlichkeiten
  • Audit-Trail & Timeline
  • Post-Incident Reviews inkl. Lessons Learned

Wie wir KRITIS-Unternehmen unterstützen

  • Einordnung der Pflichten & Scope im Kontext eurer Organisation
  • Auditfähige Jira-Workflows für Risiko- & Maßnahmenmanagement
  • Confluence-Strukturen + Templates für Nachweise, Resilienzplan, Krisenhandbuch
  • Jira Service Management Prozesse für Incident/Meldung inkl. Eskalation & Review
  • Tool-Integration, Automatisierung, Dashboards, Enablement & Schulungen

Das KRITIS-Dachgesetz fordert wiederkehrende Risikoanalysen, Resilienzmaßnahmen, Meldeprozesse und Nachweisführung. Wir übersetzen diese Anforderungen in konkrete Workflows in Jira, saubere Nachweise in Confluence und Incident-Prozesse in JSM - inkl. Templates, Dashboards und Governance.

KRITIS-Anforderungen im Atlassian-Stack umsetzen

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